Sansibar

by | Feb 12, 2018 | Fotografie, Gewürze, Reisen, Urlaub | 1 comment

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Nun hatte ich mir so viel über Gewürze und deren Handelsrouten angelesen, dass ich nur noch meine Familie dazu bringen musste, mit mir nach Sansibar zu fliegen.

Territorium: 2.600 km²
Einwohner: 1 Mio.
Hauptstadt: Stone Town
Staat: Tansania
Religion: Islam (99%)
Temperatur: Ø 30°C
Reisezeit von D: 11h
Visum: Bei Einreise
Impfung: Gelbfieber

Gedanke vorweg. Irgendwas musste ja dran sein an dieser Insel (genauer: an diesem Archipel), dass sie sich in meiner Vorstellung als ein tropisches Gewürz- und Seefahrerparadies unter Palmen so tief eingeprägt hatte. Versatzstücke aus den Erzählungen von Pippi Langstrumpf’s Papa vielleicht oder von Sindbad dem Seefahrer.

Nicht so Vasco da Gama, der sicher keine Ahnung hatte von Sansibar, bevor er 1498 hier vor Anker ging und eine geschäftige Frühzeitmetropole vorfand, in der die Araber regen Gewürz-, aber vor allem Sklavenhandel betrieben. Und auch beim Segel setzen Richtung indische Westküste, die er als erster Europäer wenig später erreichen sollte, wird er kaum vermutet haben, dass nur sieben Jahre später sein Landsmann Joao Homere Sansibar vollständig der portugiesischen Krone unterwerfen würde. Ende des 17. Jhds. verlor sie es allerdings wieder an die omanischen Sultane.

Im kürzesten Krieg der Weltgeschichte vertrieben die Briten 1896 den letzten Sultan, indem sie dessen Palast in Stone Town von See her einem gut halbstündigen Kanonenbeschuss aussetzten. Jahrzehnte vorher hatten sie bereits dafür gesorgt, dass Ostindien-Gewürze wie Gewürznelke und Muskatnuss auf Sansibar heimisch und systematisch angebaut wurden. Samen und Setzlinge brachten sie wahrscheinlich von La Réunion hierher. Wie sie dahin gekommen waren, kannst Du in meiner Kurzen Gewürzgeschichte nachlesen.

Jedenfalls war Sansibar bis in die 1960er Jahre Weltmarktführer bei Gewürznelken. Dann kam 1963 die Unabhängigkeit von den Briten und 1964 eine sozialistische Revolution, die die Gewürze auf der Gewürzinsel knapp und den Ursprung Sansibar bedeutungslos machte. Was bleibt ist ein schöner Mythos mit weißen Stränden unter Palmen im Indischen Ozean. Oder doch nicht? Wir haben Tickets für Ende März.

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