Kassia-Zimt: Unseren täglich Zimt gib uns heute

Wenn wir heute Zimt im Supermarkt kaufen, dann “erwischen” wir in der Regel chinesischen Kassia-Zimt (Cinnamomum cassia od. aromaticum). Zimtkassie, wie er auch genannt wird, ist die am meisten konsumierte Zimtart in Europa, während in Nordamerika rund 90 Prozent des Zimtverbrauchs auf Cinnamomum burmannii, den indonesischen Zimt entfallen. Im gut sortierten Gewürzregal findet sich immer auch Zeylon-Zimt (Cinnamomum verum od. zeylanicum) – der “echte” Zimt aus Sri Lanka.

Auf die Unterschiede zwischen beiden Arten gehe ich in meinem Blog unter “Cumarin in Zimt verschiedener Arten und Ursprünge” ein.

Es gibt durchaus Unterschiede, die eine Rolle spielen können. Der auffälligste ist das äußere Erscheinungsbild: Zeylon-Zimt ist von hellerer Farbe und feinerer Textur, Kassia-Zimt ist dunkler und gröber. Für Zeylon-Zimt typisch sind die vielen feinen gerollten Lagen in der Zimtstange, während Kassia-Zimt immer nur aus einem dickeren Rindenstück besteht.

Auch geschmacklich sind die beiden verschieden. Zeylon-Zimt enthält weniger Zimtaldehyd und sein Geschmack ist feiner und süßer. Außerdem enthält das ätherische Öl von zeylanicum das an Gewürznelken erinnernde Eugenol. Zimtkassie enthält kaum Eugenol, dafür mehr des für das Zimtaroma entscheidenden Zimtaldehyds, hat herbe Noten und mehr Schärfe.

Der bei uns am meisten diskutierte Unterschied ist der Cumarin-Gehalt. Cumarin, das auch in Tonka-Bohnen und Waldmeister vorkommt, werden krebserregende und leberschädigende Wirkungen zugeschrieben. Deshalb liest man um die Weihnachtszeit immer wieder Warnungen, man solle seinen Kindern nicht zu viel Zimtgebäck zu essen geben. Natürlich hat die EU einen Grenzwert für die unbedenkliche Tagesdosis Cumarin festgelegt: 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Mit meinem Cumarin-Rechner kannst du ganz einfach ermitteln, wieviel Zimt der verschiedenen Arten du aufnehmen dürftest, ohne diesen Grenzwert zu überschreiten.

In der Tat weichen die Cumarin-Gehalte in verschiedenen Zimtarten erheblich voneinander ab. Chinesischer Kassia-Zimt enthält um ein bis zwei Größenordnungen mehr Cumarin als Zeylon-Zimt. Er ist damit völlig unbedenklich für das Würzen von Speisen und Gebäck, nicht aber als dauerhafte Nahrungsergänzung zur Erzielung gesundheitlicher Wirkungen.

Letztere waren und sind Gegenstand einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien. Ausnahmslos alle begründen zumindest die Vermutung, dass Zimt zahlreiche positive gesundheitliche Effekte hat. Diese reichen von antimikrobiellen, bakterien- und pilzhemmenden bis zu blutzuckerregulierenden Wirkungen. Belastbare klinische Studien gibt es freilich kaum.

Persönlich verwende ich Zimt in einer Gewürzmischung, die bei meinen Fitnessaktivitäten die Fettverbrennung unterstützen soll. Empirisches Ergebnis: Obwohl ich normal esse und mir auch mal einen satten Schokoriegel gönne, halte ich seit Jahren bei (regel)mäßiger Aktivität Körpergewicht und Bundweite stabil.

Kassia-Zimt ist obligatorischer Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers, der wahrscheinlich bekanntesten chinesischen Gewürzmischung. Während ich in einer original-indischen Garam Masala eher Zeylon-Zimt vermuten würde, könnten das nordafrikanische Ras-el-Hanut oder auch das amerikanische Pumpkin Pie Spice genauso gut mit Kassia-Zimt zubereitet gemischt werden.

Pin It on Pinterest

Share This