Beifuß gegen Hexen, Blitze und Seuchen

Jenseits allen Aberglaubens hat Beifuß, oft auch als die Mutter aller Heilkräuter bezeichnet, einen festen Platz im ganz realen Leben: Die deutsche Küche verwendet ihn traditionell zum Würzen von fettem Fleisch. Seine wohl häufigste Anwendung findet er bei der Zubereitung unserere traditionellen Weihnachtsgans, deren Füllung man gerne getrocknete Beifußzweige beigibt. Ein Grund hierfür sind die in Artemisia vulgaris enthaltenen Bitterstoffe, die die Fettverdauung unterstützen. Diese oft dominant hervortretenden Bitteraromen sind es auch, die Beifuß nur mit wenigen anderen Kräutern und Gewürzen wie den selbst sehr intensiven Pfeffer und Knoblauch harmonieren lassen.

“Wilder Wermut”, wie Beifuß auch manchmal genannt wird, ist in der Tat mit Wermut | Artemisia absinthium verwandt, der ihn mit seiner intensiveren Aromatik in mancher Hinsicht inzwischen verdrängt hat.

Auch als “Frauenkraut” galt Beifuß einst wegen seiner beruhigenden bis krampflösenden Wirkungen bei bestimmten Frauenleiden.

Das englische Wort für Beifuß – “Mugwort” – könnte sich vom altgermanischen “Mugwurz” (Machtwurz) herleiten, was bedeuten könnte, dass die alten Germanen ihm Manneskraft spendende Wirkungen zuschrieben.

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