Kardamom: Stimulierende Frische und gute Laune

Nach meinem Gefühl – immer noch eher ein Geheimtipp in vielen Küchen Europas: Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum). Ich betone “Grün”, weil es auch noch Schwarzen Kardamom (Amomum subulatum) gibt, der sich botanisch unterscheidet und dessen botanischer Ursprung auch eher im nördlichen Südasien (Nepal, Burma) liegt. In mein System habe ich ihn nicht aufgenommen, weil er bei uns kaum bekannt und gebräuchlich ist und ich auch nicht viel mehr über ihn sagen könnte, als dass er vor der Verwendung geräuchert wird.

Der grüne Elettaria cardamomum spielt seit Menschengedenken in der Topliga der Gewürze. Zusammen mit Kurkuma, Ingwer und Schwarzem Pfeffer dürfte er zu den ersten Gewürzen gehört haben, die die Araber von der Malabarküste (heute: SW Indien, Bundesstaat Kerala) ans Mittelmeer gebracht haben. Indien ist bis heute der größte Kardamom-Produzent der Welt.

Kardamom haftet der übertriebene Ruf an, das drittteuerste Gewürz nach Safran und Vanille zu sein, was nur bedingt zutrifft. Mit einem Weltmarktpreis von unter 20 Euro pro Kilogramm liegt Kardamom in einem Segment mit Gewürznelke, Muskatnuss oder weißem Bio-Pfeffer und kommt nicht mal in die Nähe von Vanille (600 Euro/kg) oder Safran (1.500-3.500+ Euro/kg).

Die grünlich-beige Kapsel wächst an bodenkriechenden dünnen Ranken aus dem Rhizom einer mit Kurkuma und Ingwer verwandten Staudenpflanze. Als Gewürz interessant sind die in ihr enthaltenen schwarzen Samen. Geschmacklich liegt Kardamom irgendwo bei warm-aromatisch-zitrusfrisch. Er wird als Tee aufgegossen oder gemahlen mono oder in Masalas zum Kochen verwendet.

Seine zunehmende Popularität verdankt Grüner Kardamom auch einer Reihe von positiven gesundheitlichen Wirkungen. Er ist verdauungsfördernd und stimmungsaufhellend und gilt in vielen Ländern Asiens als Aphrodisiakum. In der arabischen Kultur ist Kardamom ein obligatorischer Kaffee-Würzer.

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